Archive for Januar, 2009
Markus Willnauer trifft Kevin Roberts
Written by Albert on 29. Januar 2009 – 15:29 -Ein Highlight der Werbebranche ist jedes Jahr im Januar die Verleihung der Preise für die Frauen und Männer des Jahres in den Bereichen Agentur, Medien und Unternehmen. Die Verleihung an die honorablen Preisträger Anke Schäferkordt (RTL / Medien), Peter Figge (Tribal DDB / Agenturen) und Reinhard Zinkann (Miele / Unternehmen) wurde von einem Keynotespeaker eingeleitet, der es dieses Jahr in sich hatte: Kevin Roberts, CEO von Saatchi & Saatchi, war alles, nur nicht langweilig. Motivierend und politisch unkorrekt, provozierend und begeisternd. Man konnte den Eindruck haben, Johnny Rotten, Sänger der Sex Pistols, wäre zurück auf die Bühne gekommen oder Steve Ballmer von Microsoft hätte sich vor dieses hochkarätige Mediapublikum gewagt . Nachdem er der Welt der Banker seine zynische Referenz gegeben hatte und die Verknüpfung zwischen Osama Bin Laden und Goldman Sachs aufgezeigte, zeigte er scharfzüngig die Aufgaben für die Werbebranche in diesem Jahr:
1. Nur Menschen mit Ideen werden diese Krise bewältigen, nicht Banken und Regierungen.
2. Kunden wollen mehr für weniger, aber eine Reduzierung der Kosten ist keine kreative Antwort.
3. Der Kampf um Marktanteile wird “ugly” werden – es ist keine Zeit für ein “beautiful game”.
4. Wir als Deutsche (-> Fußball) hätten darin natürlich Erfahrung.
5. “Expect the unexpected“, all das was vor uns liegt ist eine Katastrophe, niemand hat Geld.
6. Jede News ist “lousy and crap”.
7. Diese Welt sollte man willkommen heißen, es gibt keine Zeit der Welt nachzutrauern, die es so nicht mehr gibt.
8. Statt zu jammern solle man sich auf das konzentrieren, was man beeinflussen kann:
- Menschen zu inspirieren, an die Kraft großer Ideen zu glauben
- Prozesse und Aufwand reduzieren
- Strukturen vereinfachen (eine Herausforderung vor allem für die großen Agenturnetzwerke)
- sich auf die Kernaufgabe fokussieren
- sich bewusst zu werden, dass man als Werber “insight und foresight” Experte ist
- sich nicht auf Research verlassen, sondern für seine Ideen kämpfen
- Werte für die Kunden schaffen, die jenseits des Preises sind (”priceless value”)
- “create loyality beyond reason”
- “fail fast, learn fast, fix fast”
Schlussendlich sein ehrlicher Kommentar: “No one has a clue about what comes next.”
Das komplette Interview hier – ab Minute 15 geht es ins Eingemachte:
http://www.horizont.net/veranstaltungen/horizontaward/pages/video.php?id=14
Tags: Anke Schäferkordt, Aufgaben für die Werbebranche, cohen+west, Frauen und Männer des Jahres, Horizont, Kevin Roberts, Markus Willnauer, Miele, Peter Figge, Reinhard Zinkann, RTL, Saatchi & Saatchi, Tribal DDB
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Definition: Folksonomy
Written by Albert on 15. Januar 2009 – 14:17 -„Folksonomy“ ist ein so genanntes Kofferwort und bezeichnet eine Sammlung völlig frei vergebener Schlagwörter (tags).
Im Gegensatz zur strukturierten und hierarchischen Taxonomie, die von Spezialisten durchgeführt wird, kann in der Folksonomie (so die deutsche Bezeichnung) jeder (Internet-)User Schlagworte benennen.
Beliebig viele Personen vergeben also beliebig viele frei gewählte (also eigene, subjektive) Schlagworte zu einem Sujet. So entstehen Informationen über Informationen – in der Fachsprache Meta-Informationen genannt.
Um diese optisch darstellen zu können, werden häufig „Tag Clouds“ gewählt, in denen populäre Schlagwörter typographisch größer als weniger populäre sind.
Tags: Folksonomie, Folksonomy, Kofferwort, Meta-Informationen, Schlagwort, Tag Clouds, Tags, Taxonomie
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Megatrends 2009 und was wir nicht mehr sehen wollen
Written by Albert on 8. Januar 2009 – 17:30 -Aktuell erscheinen überall Prognosen und Einschätzungen für das neue Jahr, da möchten auch wir nicht zurückstehen:
Der Strukturwandel in der Werbe- und Kommunikationsindustrie wird weiter voranschreiten. Verlage und Fernsehender werden dieses Jahr den (immer noch sehr breiten) Gürtel enger schnallen. Kunden werden ihre Budgets ins Internet verlagern und Agenturen ihre Strukturen straffen. Damit einhergehend werden die existierenden, stark spezialisierten Kommunikationsinstrumente besser aufeinander abgestimmt werden. Cross Digital Media wird das Zauberwort sein. Dabei wird neben der starken Abverkaufsorientierung von Kampagnen die Wiederentdeckung der direkten Kommunikation mit den Menschen für den Markt prägend sein – die Massenkommunikation über Medien wird alleine schon aus budgetären Gründen an Bedeutung verlieren. Da viele Start-Ups nach wie vor nicht zeigen können, wie Sie Einnahmen schaffen, werden wir einhergehend mit der Finanzkrise den Abgesang auf eine nicht unbeträchtliche Zahl von Start-Ups erleben. Dies wird dem Markt aber gut tun, weil im Markt wieder realistische Preise für Gehälter und Projekte Einzug finden werden. Und natürlich, im Superwahljahr 2009 wird Microblogging zum Kommunikations- und Lifestyle-Modell: kein Politiker ohne Twitter Account.
Schließlich, was wollen wir nicht mehr sehen, und haben dies auch zum großen Teil schon erfolgreich verdrängt (ohne Anspruch auf Vollständigkeit)?: Datenpannen bei der Telekom, Finanzkrisen mit moppeligen und überbezahlten, der Wirklichkeit entrückten Managern, nervige Werbebanner mit erzwungener Aufmerksamkeit, aus GEZ-Gebühren bezahlte Moderations- und Profilneurotikerrunden, TV-Köche, Sarah Connor, die Effenbergs und olympische Dopingspiele.
Tags: Cross Digital Media, Trends 2009, Twitter
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